
Woraus Zahngold besteht
Zahngold ist kein Schmuckgold. Dentallegierungen müssen im Mund jahrzehntelang halten, dürfen nicht korrodieren und müssen sich mit Keramik verbinden lassen. Deshalb enthalten sie neben Gold auch Platin, Palladium, Silber, Kupfer, Zink, Indium und Zinn.
Man unterscheidet drei Edelmetall-Gruppen: hochgoldhaltige Legierungen mit etwa 70–75 Prozent Gold, goldreduzierte mit 50–60 Prozent und Sparlegierungen mit rund 40 Prozent Gold und hohem Palladiumanteil.
Welche Gruppe verbaut wurde, hängt vom Jahr der Behandlung und vom Zahnarzt ab. Kronen aus den 1970er- bis 1990er-Jahren sind häufig hochgoldhaltig; ab den 2000ern wurden goldreduzierte Legierungen und Nichtedelmetall üblich. Sicher weiß man es nur nach der Prüfung.
| Legierungstyp | Goldanteil | Weitere Edelmetalle | Typisch |
|---|---|---|---|
| Hochgoldhaltig | 70–75 % | Platin 5–10 %, Silber | Kronen, Brücken, Inlays vor 2000 |
| Goldreduziert | 50–60 % | Palladium, Silber | Kronen, Teleskope |
| Sparlegierung | ca. 40 % | Palladium 20–30 % | Modellguss, Klammern |
| Nichtedelmetall | 0 % | Kobalt, Chrom, Titan | Kein Ankauf |
Wie viel wiegt eine Krone?
Eine Einzelkrone wiegt netto meist zwei bis vier Gramm, große Molarenkronen bis fünf Gramm. Eine dreigliedrige Brücke bringt sechs bis zwölf Gramm, ein Inlay ein bis zwei Gramm, eine Teleskopkrone zwei bis vier Gramm. Klammern und Modellguss aus Edelmetall wiegen je nach Größe zwischen zwei und zehn Gramm.
Zahnreste, Zement und Keramikverblendungen kommen obendrauf und werden abgezogen, ein Zahnrest wiegt je nach Größe 0,5–1,5 Gramm, eine Verblendung ähnlich.
| Zahnersatz | Nettogewicht | Hinweis |
|---|---|---|
| Einzelkrone | 2–4 g | Molaren schwerer als Frontzähne |
| Brücke, 3 Glieder | 6–12 g | Verblendung abziehen |
| Inlay, Onlay | 1–2 g | Meist hochgoldhaltig |
| Teleskopkrone | 2–4 g | Innen- und Außenteil getrennt |
| Modellguss, Klammern | 2–10 g | Nur, wenn Edelmetall |

Die Rechnung: Vom Gewicht zum Auszahlungsbetrag
Der Wert ergibt sich aus Nettogewicht × Ankaufspreis je Gramm der Legierungsgruppe. Der Gruppenpreis leitet sich vom Goldkurs ab: Feingoldpreis × durchschnittlicher Goldanteil der Gruppe, zuzüglich einer Vergütung für Platin- und Palladiumanteile. Beispiel mit Startwerten (Stand 8.
Eine goldreduzierte Krone mit gleichem Gewicht und 58 Prozent Gold wird nach Prüfung bewertet.
Die aktuellen Gruppenpreise stehen auf der Seite Ankaufspreise. Der Ankaufsrechner rechnet Ihr Nettogewicht um; der Endpreis steht nach der Prüfung fest, weil die Gruppe ohne Prüfung nur geschätzt werden kann.
| Beispiel | Netto | Feingold | Ergebnis (Beispiel) |
|---|---|---|---|
| Krone hochgoldhaltig | 3,0 g | 2,16 g | 243 € nach Prüfung |
| Krone goldreduziert | 3,0 g | 1,74 g | 196 € nach Prüfung |
| Brücke hochgoldhaltig | 8,0 g | 5,76 g | 648 € nach Prüfung |
| Inlay hochgoldhaltig | 1,5 g | 1,08 g | 121 € nach Prüfung |
Mit Zahn oder ohne Zahn: Was sich ändert
Nichts am Endbetrag, nur am Preis je Gramm. Bei Zahngold „mit Zahn“ wiegen wir brutto und ziehen das geschätzte Gewicht der Zahnreste ab, oder wir nennen einen niedrigeren Grammpreis auf das Bruttogewicht. Beide Wege führen zur selben Goldmenge. Sie müssen also nichts entfernen lassen; wir raten sogar davon ab, es selbst zu versuchen.
Wer den Zahn beim Zahnarzt oder Zahntechniker entfernen lässt, bekommt anschließend den höheren Grammpreis auf das niedrigere Nettogewicht. Einzelheiten auf der Seite Zahngold verkaufen.

Was Platin und Palladium im Zahngold ausmachen
Hochgoldhaltige Legierungen enthalten typischerweise 5–10 Prozent Platin, Sparlegierungen 20–30 Prozent Palladium. Beide sind Edelmetalle mit eigenem Kurs und werden bei der Bewertung berücksichtigt: pauschal über den Gruppenpreis oder exakt nach Analyse in der Scheideanstalt, wenn die Menge das rechtfertigt. Für Praxen und Labore mit regelmäßiger Abgabe ist die Analyseabrechnung der genauere Weg.
Zu den Metallen selbst: Platin verkaufen und Palladium verkaufen.
Ist es überhaupt Gold? Der Schnelltest
Goldfarbene Kronen können auch aus Nichtedelmetall bestehen, das gelb gefärbt oder beschichtet ist. Vier Hinweise: Gewicht (Goldkronen sind schwer, Kobalt-Chrom ist leicht), Magnet (Nichtedelmetall ist oft magnetisch, Gold nie) und Farbe im Bruch (Gold bleibt gelb, Beschichtung zeigt silbrigen Kern). Silbrig aussehende Kronen können palladiumhaltige Dentallegierungen sein und haben dann Wert.
Sicher ist nur die Prüfung mit Säure und Sensor, die wir kostenlos durchführen.
- Gewicht Gold schwer, Kobalt-Chrom und Titan leicht
- Magnet Gold nicht magnetisch
- Farbe silbrig kann Palladium sein, prüfen lassen
- Keramik darunter kann Edelmetall stecken

Zahngold aus dem Nachlass, aus der Praxis, aus dem Labor
Privatpersonen bringen meist eine Dose mit alten Kronen aus dem Nachlass, wir sortieren, prüfen und bezahlen einzeln. Zahnarztpraxen sammeln über Monate und geben zu Gewerbekonditionen ab, mit Abholung im Münsterland und Rechnung mit Gewicht, Gruppe und Preis. Dentallabore geben Gussreste, Späne und Fehlgüsse ab, bei denen die Analyseabrechnung sinnvoll ist. Für alle gilt: keine Mindestmenge, kein Reinigen, Ausweis mitbringen.
Wer nicht nach Münster kommen kann, nutzt den Hausbesuch.

Warum alte Kronen heute mehr bringen als beim Einsetzen
Der Goldkurs hat sich seit den 1990er-Jahren vervielfacht. Eine Krone, die damals als Materialanteil wenige Dutzend Mark kostete, ist heute als Zahngold ein dreistelliger Betrag. Dazu kommt, dass ältere Kronen häufiger hochgoldhaltig sind als neuere. Wer also eine Dose mit Kronen der Eltern findet, hält in der Regel mehr Wert in der Hand, als die Größe vermuten lässt. Den aktuellen Kurs und seine Treiber erklärt die Seite Ankaufspreise.
Recht und Steuern bei Zahngold
Privatpersonen verkaufen Zahngold in der Regel steuerfrei; es gilt wie anderer privater Goldverkauf, und die Haltedauer ist bei eigenem Zahnersatz ohnehin lang. Wem das Zahngold nach einer Behandlung gehört, ist eindeutig: dem Patienten. Praxen, die es sammeln, tun das mit Einverständnis. Beim Ankauf dokumentieren wir wie bei jedem Edelmetall Ihren Ausweis, bitte mitbringen; bei Barauszahlungen ab 2.000 Euro schreibt das Geldwäschegesetz die Identifizierung vor. Was das im Detail bedeutet, steht unter So funktioniert's.
Checkliste: Zahngold abgeben
So kommt Ihr Zahngold ohne Umwege zu Geld. Die Liste gilt für Privatpersonen; Praxen und Labore vereinbaren Abholung und Abrechnungsart vorab.
- Alle Kronen, Brücken, Inlays und Klammern in einer Dose sammeln
- Zahnreste, Zement und Keramik dranlassen, kein Werkzeug
- Auch silbrige Kronen mitnehmen Palladiumlegierungen haben Wert
- Ausweis mitbringen
- Gewicht vorab auf der Küchenwaage reicht für den Richtwert im Rechner
- Bei Nachlässen im Auftrag Erbschein oder Vollmacht
- Bei größeren Mengen Termin oder Hausbesuch
Drei Fälle aus dem Laden
Häufige Irrtümer rund um den Zahngold-Wert
„Eine Krone ist nur ein paar Euro wert.“ Bei aktuellen Kursen ist eine hochgoldhaltige Krone ein dreistelliger Betrag. „Zahngold ist 750er Gold.“ Nur ein Teil; viele Kronen liegen bei 50–60 Prozent. „Der Zahn muss ab.“ Nein, der Abzug übernimmt das. „Weiße Kronen sind wertlos.“ Palladiumhaltige Legierungen sehen silbrig aus und haben Wert.
„Zahngold ist unhygienisch, das nimmt niemand.“ Wir nehmen es in jedem Zustand an. Was Punzen bei Schmuck bedeuten und warum Zahngold keine trägt, erklärt der Ratgeber Punzen erkennen.
IrrtumEine Krone ist nur ein paar Euro wert.
TatsächlichBei aktuellen Kursen ist eine hochgoldhaltige Krone ein dreistelliger Betrag.
IrrtumZahngold ist 750er Gold.
TatsächlichNur ein Teil; viele Kronen liegen bei 50–60 Prozent.
IrrtumDer Zahn muss ab.
TatsächlichNein, der Abzug übernimmt das.
IrrtumWeiße Kronen sind wertlos.
TatsächlichPalladiumhaltige Legierungen sehen silbrig aus und haben Wert.
IrrtumZahngold ist unhygienisch, das nimmt niemand.
TatsächlichWir nehmen es in jedem Zustand an. Was Punzen bei Schmuck bedeuten und warum Zahngold keine trägt, erklärt der Ratgeber Punzen erkennen.



