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Zahngold · 5 Min. Lesezeit · Stand 14.09.2026

Was ist mein Zahngold wert?

Zahngold ist eine Dentallegierung mit meist 40–75 Prozent Gold, dazu Platin, Palladium und Silber. Eine Krone wiegt netto zwei bis vier Gramm; bei aktuellen Kursen liegt ihr Wert im dreistelligen Bereich. Weil Zahngold keinen Stempel trägt, bestimmt Goldhafen die Legierungsgruppe durch Prüfung und zieht Zahnreste und Keramik vom Gewicht ab.

Was ist mein Zahngold wert?
Abb. 01 Zahngoldkronen, 750er

Woraus Zahngold besteht

Zahngold ist kein Schmuckgold. Dentallegierungen müssen im Mund jahrzehntelang halten, dürfen nicht korrodieren und müssen sich mit Keramik verbinden lassen. Deshalb enthalten sie neben Gold auch Platin, Palladium, Silber, Kupfer, Zink, Indium und Zinn.

Man unterscheidet drei Edelmetall-Gruppen: hochgoldhaltige Legierungen mit etwa 70–75 Prozent Gold, goldreduzierte mit 50–60 Prozent und Sparlegierungen mit rund 40 Prozent Gold und hohem Palladiumanteil.

Welche Gruppe verbaut wurde, hängt vom Jahr der Behandlung und vom Zahnarzt ab. Kronen aus den 1970er- bis 1990er-Jahren sind häufig hochgoldhaltig; ab den 2000ern wurden goldreduzierte Legierungen und Nichtedelmetall üblich. Sicher weiß man es nur nach der Prüfung.

Woraus Zahngold besteht
LegierungstypGoldanteilWeitere EdelmetalleTypisch
Hochgoldhaltig70–75 %Platin 5–10 %, SilberKronen, Brücken, Inlays vor 2000
Goldreduziert50–60 %Palladium, SilberKronen, Teleskope
Sparlegierungca. 40 %Palladium 20–30 %Modellguss, Klammern
Nichtedelmetall0 %Kobalt, Chrom, TitanKein Ankauf

Wie viel wiegt eine Krone?

Eine Einzelkrone wiegt netto meist zwei bis vier Gramm, große Molarenkronen bis fünf Gramm. Eine dreigliedrige Brücke bringt sechs bis zwölf Gramm, ein Inlay ein bis zwei Gramm, eine Teleskopkrone zwei bis vier Gramm. Klammern und Modellguss aus Edelmetall wiegen je nach Größe zwischen zwei und zehn Gramm.

Zahnreste, Zement und Keramikverblendungen kommen obendrauf und werden abgezogen, ein Zahnrest wiegt je nach Größe 0,5–1,5 Gramm, eine Verblendung ähnlich.

Wie viel wiegt eine Krone?
ZahnersatzNettogewichtHinweis
Einzelkrone2–4 gMolaren schwerer als Frontzähne
Brücke, 3 Glieder6–12 gVerblendung abziehen
Inlay, Onlay1–2 gMeist hochgoldhaltig
Teleskopkrone2–4 gInnen- und Außenteil getrennt
Modellguss, Klammern2–10 gNur, wenn Edelmetall
Keramikkrone mit Goldkern neben einer Goldkrone
Abb. 02 Keramikkrone mit Goldkern neben einer Goldkrone

Die Rechnung: Vom Gewicht zum Auszahlungsbetrag

Der Wert ergibt sich aus Nettogewicht × Ankaufspreis je Gramm der Legierungsgruppe. Der Gruppenpreis leitet sich vom Goldkurs ab: Feingoldpreis × durchschnittlicher Goldanteil der Gruppe, zuzüglich einer Vergütung für Platin- und Palladiumanteile. Beispiel mit Startwerten (Stand 8.

Eine goldreduzierte Krone mit gleichem Gewicht und 58 Prozent Gold wird nach Prüfung bewertet.

Die aktuellen Gruppenpreise stehen auf der Seite Ankaufspreise. Der Ankaufsrechner rechnet Ihr Nettogewicht um; der Endpreis steht nach der Prüfung fest, weil die Gruppe ohne Prüfung nur geschätzt werden kann.

Die Rechnung: Vom Gewicht zum Auszahlungsbetrag
BeispielNettoFeingoldErgebnis (Beispiel)
Krone hochgoldhaltig3,0 g2,16 g243 € nach Prüfung
Krone goldreduziert3,0 g1,74 g196 € nach Prüfung
Brücke hochgoldhaltig8,0 g5,76 g648 € nach Prüfung
Inlay hochgoldhaltig1,5 g1,08 g121 € nach Prüfung

Mit Zahn oder ohne Zahn: Was sich ändert

Nichts am Endbetrag, nur am Preis je Gramm. Bei Zahngold „mit Zahn“ wiegen wir brutto und ziehen das geschätzte Gewicht der Zahnreste ab, oder wir nennen einen niedrigeren Grammpreis auf das Bruttogewicht. Beide Wege führen zur selben Goldmenge. Sie müssen also nichts entfernen lassen; wir raten sogar davon ab, es selbst zu versuchen.

Wer den Zahn beim Zahnarzt oder Zahntechniker entfernen lässt, bekommt anschließend den höheren Grammpreis auf das niedrigere Nettogewicht. Einzelheiten auf der Seite Zahngold verkaufen.

Wiegen auf der Feinwaage
Abb. 03 Wiegen auf der Feinwaage

Was Platin und Palladium im Zahngold ausmachen

Hochgoldhaltige Legierungen enthalten typischerweise 5–10 Prozent Platin, Sparlegierungen 20–30 Prozent Palladium. Beide sind Edelmetalle mit eigenem Kurs und werden bei der Bewertung berücksichtigt: pauschal über den Gruppenpreis oder exakt nach Analyse in der Scheideanstalt, wenn die Menge das rechtfertigt. Für Praxen und Labore mit regelmäßiger Abgabe ist die Analyseabrechnung der genauere Weg.

Zu den Metallen selbst: Platin verkaufen und Palladium verkaufen.

Ist es überhaupt Gold? Der Schnelltest

Goldfarbene Kronen können auch aus Nichtedelmetall bestehen, das gelb gefärbt oder beschichtet ist. Vier Hinweise: Gewicht (Goldkronen sind schwer, Kobalt-Chrom ist leicht), Magnet (Nichtedelmetall ist oft magnetisch, Gold nie) und Farbe im Bruch (Gold bleibt gelb, Beschichtung zeigt silbrigen Kern). Silbrig aussehende Kronen können palladiumhaltige Dentallegierungen sein und haben dann Wert.

Sicher ist nur die Prüfung mit Säure und Sensor, die wir kostenlos durchführen.

  • Gewicht Gold schwer, Kobalt-Chrom und Titan leicht
  • Magnet Gold nicht magnetisch
  • Farbe silbrig kann Palladium sein, prüfen lassen
  • Keramik darunter kann Edelmetall stecken
Säuretest auf dem Prüfstein
Abb. 04 Säuretest auf dem Prüfstein

Zahngold aus dem Nachlass, aus der Praxis, aus dem Labor

Privatpersonen bringen meist eine Dose mit alten Kronen aus dem Nachlass, wir sortieren, prüfen und bezahlen einzeln. Zahnarztpraxen sammeln über Monate und geben zu Gewerbekonditionen ab, mit Abholung im Münsterland und Rechnung mit Gewicht, Gruppe und Preis. Dentallabore geben Gussreste, Späne und Fehlgüsse ab, bei denen die Analyseabrechnung sinnvoll ist. Für alle gilt: keine Mindestmenge, kein Reinigen, Ausweis mitbringen.

Wer nicht nach Münster kommen kann, nutzt den Hausbesuch.

Gesammeltes Zahngold
Abb. 05 Gesammeltes Zahngold

Warum alte Kronen heute mehr bringen als beim Einsetzen

Der Goldkurs hat sich seit den 1990er-Jahren vervielfacht. Eine Krone, die damals als Materialanteil wenige Dutzend Mark kostete, ist heute als Zahngold ein dreistelliger Betrag. Dazu kommt, dass ältere Kronen häufiger hochgoldhaltig sind als neuere. Wer also eine Dose mit Kronen der Eltern findet, hält in der Regel mehr Wert in der Hand, als die Größe vermuten lässt. Den aktuellen Kurs und seine Treiber erklärt die Seite Ankaufspreise.

Recht und Steuern bei Zahngold

Privatpersonen verkaufen Zahngold in der Regel steuerfrei; es gilt wie anderer privater Goldverkauf, und die Haltedauer ist bei eigenem Zahnersatz ohnehin lang. Wem das Zahngold nach einer Behandlung gehört, ist eindeutig: dem Patienten. Praxen, die es sammeln, tun das mit Einverständnis. Beim Ankauf dokumentieren wir wie bei jedem Edelmetall Ihren Ausweis, bitte mitbringen; bei Barauszahlungen ab 2.000 Euro schreibt das Geldwäschegesetz die Identifizierung vor. Was das im Detail bedeutet, steht unter So funktioniert's.

Checkliste: Zahngold abgeben

So kommt Ihr Zahngold ohne Umwege zu Geld. Die Liste gilt für Privatpersonen; Praxen und Labore vereinbaren Abholung und Abrechnungsart vorab.

  • Alle Kronen, Brücken, Inlays und Klammern in einer Dose sammeln
  • Zahnreste, Zement und Keramik dranlassen, kein Werkzeug
  • Auch silbrige Kronen mitnehmen Palladiumlegierungen haben Wert
  • Ausweis mitbringen
  • Gewicht vorab auf der Küchenwaage reicht für den Richtwert im Rechner
  • Bei Nachlässen im Auftrag Erbschein oder Vollmacht
  • Bei größeren Mengen Termin oder Hausbesuch

Drei Fälle aus dem Laden

Häufige Irrtümer rund um den Zahngold-Wert

„Eine Krone ist nur ein paar Euro wert.“ Bei aktuellen Kursen ist eine hochgoldhaltige Krone ein dreistelliger Betrag. „Zahngold ist 750er Gold.“ Nur ein Teil; viele Kronen liegen bei 50–60 Prozent. „Der Zahn muss ab.“ Nein, der Abzug übernimmt das. „Weiße Kronen sind wertlos.“ Palladiumhaltige Legierungen sehen silbrig aus und haben Wert.

„Zahngold ist unhygienisch, das nimmt niemand.“ Wir nehmen es in jedem Zustand an. Was Punzen bei Schmuck bedeuten und warum Zahngold keine trägt, erklärt der Ratgeber Punzen erkennen.

  • IrrtumEine Krone ist nur ein paar Euro wert.

    TatsächlichBei aktuellen Kursen ist eine hochgoldhaltige Krone ein dreistelliger Betrag.

  • IrrtumZahngold ist 750er Gold.

    TatsächlichNur ein Teil; viele Kronen liegen bei 50–60 Prozent.

  • IrrtumDer Zahn muss ab.

    TatsächlichNein, der Abzug übernimmt das.

  • IrrtumWeiße Kronen sind wertlos.

    TatsächlichPalladiumhaltige Legierungen sehen silbrig aus und haben Wert.

  • IrrtumZahngold ist unhygienisch, das nimmt niemand.

    TatsächlichWir nehmen es in jedem Zustand an. Was Punzen bei Schmuck bedeuten und warum Zahngold keine trägt, erklärt der Ratgeber Punzen erkennen.

Einen Richtwert für Ihr Stück rechnet der Rechner aus, verbindlich wird er nach der Prüfung am Tresen.

Fragen · Zahngold

Häufige Fragen

Alle Fragen
Je nach Legierung 40–75 Prozent des Nettogewichts. Eine hochgoldhaltige Krone mit 3 Gramm enthält gut 2 Gramm Feingold, eine goldreduzierte etwa 1,7 Gramm.
Dentallegierungen werden nicht punziert, weil sie nicht als Schmuck gehandelt werden. Der Goldanteil steht nur im Legierungspass des Herstellers, der meist nicht mehr vorliegt. Deshalb prüfen wir.
Je Gramm brutto ja, weil der Zahnrest abgezogen wird; für das enthaltene Gold bekommen Sie denselben Betrag wie ohne Zahn.
Ja, wenn es palladiumhaltige Dentallegierungen sind. Kobalt-Chrom und Titan haben keinen Wert für uns und werden kostenlos aussortiert.
Bei größeren Mengen aus Praxen und Laboren ja, weil dann jeder Edelmetallanteil exakt vergütet wird. Für einzelne Kronen reicht die Zuordnung zur Preisgruppe.
Am hohen Gewicht, daran, dass sie nicht magnetisch ist, und an der gelben Farbe auch im Bruch. Sicherheit gibt der Säure- und Sensortest bei uns.
Eine dreigliedrige Brücke wiegt netto 6–12 Gramm; hochgoldhaltig entspricht das grob dem Zwei- bis Vierfachen einer Krone, bei aktuellen Kursen ein mittlerer bis hoher dreistelliger Betrag.

Goldhafen · Hansaring 7 · Münster

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