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Legierungen · 5 Min. Lesezeit · Stand 14.09.2026

Karat vs. Feingehalt:Was 585 und 14 Karat wirklich heißen

Karat und Feingehalt beschreiben dasselbe: den Anteil reinen Goldes in einer Legierung. 24 Karat sind 999, 18 Karat sind 750, 14 Karat sind 585, 8 Karat sind 333. Der Ankaufspreis je Gramm folgt direkt diesem Anteil, ein 750er Stück bringt je Gramm rund 28 Prozent mehr als ein 585er.

Karat vs. Feingehalt: Was 585 und 14 Karat wirklich heißen
Abb. 01 Legierungsproben, 333er, 585er und 750er

Zwei Skalen, eine Aussage

Karat teilt reines Gold in 24 Teile: 18 Karat bedeutet, dass 18 von 24 Teilen Gold sind, 75 Prozent. Der Feingehalt teilt in 1.000 Teile: 750 bedeutet 750 von 1.000 Teilen Gold, ebenfalls 75 Prozent. Beide Angaben sind gleichwertig; Deutschland und die meisten europäischen Länder stempeln in Tausendteilen, die USA in Karat.

Nicht verwechseln: Das Karat bei Diamanten ist eine Gewichtseinheit (0,2 Gramm), das Karat bei Gold ein Reinheitsmaß. Ein Ring kann „18 Karat“ Gold enthalten und einen „1 Karat“ Diamanten tragen, zwei völlig verschiedene Angaben.

Zwei Skalen, eine Aussage
KaratFeingehaltGoldanteilRest (Beimetalle)
24 kt99999,9 %0,1 %
22 kt91691,7 %8,3 %
21,6 kt90090,0 %10,0 %
18 kt75075,0 %25,0 %
14 kt58558,5 %41,5 %
9 kt37537,5 %62,5 %
8 kt33333,3 %66,7 %

Warum Gold überhaupt legiert wird

Reines Gold ist weich, lässt sich mit dem Fingernagel eindrücken und verschleißt schnell. Für Schmuck wird es deshalb mit Silber, Kupfer, Zink, Palladium oder Nickel gemischt. Die Beimetalle bringen Härte, bestimmen die Farbe und senken den Preis. 585er Gold ist der Kompromiss aus Haltbarkeit und Goldgehalt, der sich in Deutschland durchgesetzt hat; 750er gilt als hochwertig, 333er als preiswert.

Die Farbe sagt nichts über den Anteil: Gelbgold, Weißgold und Roségold in 585 enthalten alle 58,5 Prozent Gold, nur die Beimetalle unterscheiden sich. Einzelheiten unter Weißgold und Roségold.

Vergoldet und massiv im Vergleich auf dem Prüfstein
Abb. 02 Vergoldet und massiv im Vergleich auf dem Prüfstein

Vom Feingehalt zum Ankaufspreis

Formel: Feingoldpreis × Feingehalt.

Die aktuellen Werte stehen tagesaktuell auf der Seite Ankaufspreise; der Ankaufsrechner multipliziert sie mit Ihrem Gewicht. Entscheidend für Sie: Der Unterschied zwischen 585 und 750 sowie zwischen 333 und 585 wird im Rechner sichtbar. Ein falsch gelesener Stempel kostet also Geld, in beide Richtungen.

Vom Feingehalt zum Ankaufspreis
LegierungReines Gold je 10 gBeispielpreis je gBeispiel 10 g
9999,99 g112,31 €/g1.123 €
7507,50 g84,32 €/g843 €
5855,85 g65,77 €/g658 €
3333,33 g37,44 €/g374 €
Wiegen auf der Feinwaage
Abb. 03 Wiegen auf der Feinwaage

Welche Legierung wofür verwendet wird

Anlagegold, Barren und moderne Münzen, ist 999er Feingold, weil es nicht getragen, sondern gelagert wird. Historische Münzen wurden in 900 oder 916 geprägt, weil sie im Umlauf hart sein mussten. Trauringe und hochwertiger Schmuck sind 750, Alltagsschmuck 585, Ketten und preiswerter Schmuck 333.

Zahngold liegt je nach Dentallegierung zwischen 400 und 750 und trägt keinen Stempel, dazu der Ratgeber Was ist mein Zahngold wert.

Uhrengehäuse sind meist 585 oder 750, Brillengestelle und Füllfederhalter 585 oder nur vergoldet. Die Übersicht aller Goldarten mit Preislogik steht unter Gold verkaufen.

Stempelfelder eines geprägten Barrens
Abb. 04 Stempelfelder eines geprägten Barrens

Rechenbeispiele aus dem Alltag

Drei Situationen, wie sie täglich am Tresen vorkommen, jeweils mit der Frage, welche Legierung vorliegt und was das für den Preis bedeutet.

Erstens: Eine Kette wiegt 12 Gramm und trägt die Punze 333. Sie enthält 4 Gramm reines Gold. Wäre sie 585, wären es 7 Gramm, fast das Doppelte. Zweitens: Ein Trauring wiegt 6 Gramm, die Punze ist abgerieben. Der Säuretest ergibt 750; bezahlt werden 4,5 Gramm Feingold. Drittens: Ein Armband wiegt 20 Gramm mit Stempel „18K“ aus dem Urlaub.

Die Prüfung ergibt nur 585, der Stempel war falsch. Bezahlt werden 11,7 Gramm Feingold, nicht 15.

Feingehalt selbst einschätzen: Drei Hinweise

Gewicht: Je höher der Goldanteil, desto schwerer das Stück bei gleicher Größe, 750er liegt spürbar schwerer in der Hand als 333er. Farbe: Hoher Goldanteil wirkt satt gelb, 333er blasser und oft leicht rötlich oder grünlich. Anlaufen: 333er Gold kann an Kanten leicht dunkel anlaufen, 750er praktisch nie.

Sicher ist nur die Prüfung, aber diese drei Hinweise verraten oft schon, ob ein Stempel plausibel ist. Wie Sie den Stempel selbst finden und lesen, erklärt der Ratgeber Punzen erkennen.

Gewicht
Je höher der Goldanteil, desto schwerer das Stück bei gleicher Größe, 750er liegt spürbar schwerer in der Hand als 333er.
Farbe
Hoher Goldanteil wirkt satt gelb, 333er blasser und oft leicht rötlich oder grünlich.
Anlaufen
333er Gold kann an Kanten leicht dunkel anlaufen, 750er praktisch nie.

Legierungen nach Ländern: Was aus dem Urlaub oder der Familie stammt

Welche Legierung üblich ist, hängt vom Land ab. Deutschland, Österreich und die Schweiz: 333, 585, 750. Italien und Frankreich: fast ausschließlich 750, in Italien mit Stern, Herstellernummer und Provinzkürzel gestempelt. Großbritannien: 375 (9 ct) und 750 (18 ct) mit Krone, Feingehaltszahl und Jahresbuchstaben. USA: 10K (417), 14K (585), 18K (750). Russland und die frühere Sowjetunion: 583, zwei Tausendstel weniger als 585, mit eigenem Stempel. Türkei, arabischer Raum und Indien: 21 Karat (875) und 22 Karat (916), oft in kräftigem Gelb.

Für den Ankauf bedeutet das: Schmuck aus dem Mittelmeerraum ist oft hochwertiger als deutscher Alltagsschmuck, Schmuck aus Großbritannien und den USA häufig niedriger legiert. Wir bezahlen nach geprüftem Feingehalt, nicht nach Herkunft.

Legierungen nach Ländern: Was aus dem Urlaub oder der Familie stammt
Land / RegionÜbliche LegierungenKennzeichen
Deutschland, Österreich, Schweiz333, 585, 750Tausendteil-Zahl
Italien, Frankreich750Stern mit Nummer, Adlerkopf
Großbritannien375, 750Krone, Feingehaltszahl, Stadtmarke
USA417, 585, 75010K, 14K, 18K
Russland, GUS583, 585Zahl mit Kopf oder Stern
Türkei, Golfstaaten, Indien875, 91621K, 22K

Haltbarkeit, Farbe und Allergie: Was die Legierung im Alltag bedeutet

Je höher der Goldanteil, desto weicher das Stück. 750er Ringe zeigen nach Jahren Kratzer und verlieren an Kanten Material, beim Verkauf sind sie deshalb oft leichter als beim Kauf. 585er ist härter und behält die Form, 333er ist am härtesten, kann aber an Kanten anlaufen, weil der hohe Kupfer- und Silberanteil mit Schwefel reagiert. Für Allergiker ist der Nickelanteil älterer Weißgoldlegierungen relevant; moderne Weißgoldlegierungen setzen auf Palladium.

Für den Ankauf ist all das gleichgültig, Kratzer, Anlaufen und Abnutzung ändern nur das Gewicht, nicht den Feingehalt. Wer wissen will, was sein abgetragener 750er Ring heute bringt, wiegt ihn und nutzt den Ankaufsrechner.

Drei Fälle aus dem Laden

Karat bei Diamanten: nicht verwechseln

Beim Diamanten ist Karat das Gewicht: 1 Karat = 0,2 Gramm. Ein Ring „18 Karat mit 0,5 Karat Diamant“ ist also ein 750er Goldring mit einem 0,1-Gramm-Stein. Für die Bewertung des Steins zählen neben dem Gewicht Farbe, Reinheit und Schliff, die 4 C.

Goldhafen bewertet das Gold sofort und vermittelt für Steine ab etwa einem halben Karat eine Fachbewertung; Einzelheiten unter Diamanten und Brillanten.

Einen Richtwert für Ihr Stück rechnet der Rechner aus, verbindlich wird er nach der Prüfung am Tresen.

Fragen · Legierungen

Häufige Fragen

Alle Fragen
58,5 Prozent. 14 von 24 Teilen sind Gold, das entspricht dem Feingehalt 585, der häufigsten Schmucklegierung in Deutschland.
Es enthält mehr Gold (75 statt 58,5 Prozent) und bringt je Gramm entsprechend mehr. Für Schmuck ist 585 härter und alltagstauglicher; für den Verkauf zählt allein der Goldanteil.
Karat geteilt durch 24, mal 1.000. 18 Karat: 18 ÷ 24 × 1.000 = 750. 9 Karat: 9 ÷ 24 × 1.000 = 375.
Bei Gold ist Karat ein Reinheitsmaß (24 Karat = rein), bei Diamanten eine Gewichtseinheit (1 Karat = 0,2 Gramm). Beide Angaben können auf demselben Ring stehen und meinen Verschiedenes.
Weil nur ein Drittel des Gewichts Gold ist; zwei Drittel sind Silber und Kupfer ohne Ankaufswert. Ein 333er Stück bringt je Gramm rund 57 Prozent dessen, was ein 585er Stück bringt.
In Deutschland durfte lange nichts unter 333 als Gold bezeichnet werden. Aus dem Ausland kommen 8-Karat-Legierungen oder niedrigere Werte vor; sie werden nach geprüftem Feingehalt bezahlt.
Keine einheitliche. Dentallegierungen enthalten je nach Typ etwa 40–75 Prozent Gold plus Platin, Palladium und Silber und tragen keinen Stempel. Wir bestimmen die Gruppe durch Prüfung.

Goldhafen · Hansaring 7 · Münster

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