
Woraus Siegelringe bestehen
Siegelringe haben eine breite Platte, in die ein Wappen, ein Monogramm oder Initialen graviert sind – ursprünglich, um damit Wachs zu siegeln. Es gibt sie ganz aus Gold oder mit einer eingesetzten Steinplatte. Häufige Steine sind Onyx, Karneol, Lagenstein und Blutjaspis. Die Punze steht innen in der Schiene, bei älteren Stücken manchmal sehr klein oder abgerieben. Britische Siegelringe sind oft aus 375er Gold.
Weil die Platte massiv wirkt, schätzen viele das Gewicht zu hoch. Manche Siegelringe sind unter der Platte ausgehöhlt, damit der Ring leichter und angenehmer zu tragen ist. Sicher ist nur die Waage.
- Ganz aus Gold Gravur direkt in der Goldplatte
- Mit Steinplatte Onyx, Karneol, Lagenstein, Blutjaspis
- Punze innen in der Schiene
- Unter der Platte teils ausgehöhlt


Was mit Stein und Gravur passiert
Die Steinplatte ist kein Gold. Wir ziehen ihr Gewicht ab; auf Wunsch lösen wir sie heraus und geben sie Ihnen zurück. Einen eigenen Ankaufswert haben solche Steine in der Regel nicht.
Die Gravur kostet kaum messbar Material und spielt für den Goldwert keine Rolle. Bei Familienwappen fragen viele, ob sie den Ring lieber in der Familie lassen. Wer unsicher ist, lässt ihn zunächst nur bewerten; das ist kostenlos und unverbindlich. Alte Siegelringe mit feiner Handgravur, etwa aus dem 19. Jahrhundert, können für Sammler interessant sein. Das prüfen wir, bevor wir einen Ring dem Material zuordnen – mehr dazu unter Antikschmuck verkaufen.
Beispiel: was ein Siegelring heute bringt
Ein Herrensiegelring aus 585er Gold mit Onyxplatte wiegt 10 Gramm brutto. Die Steinplatte wiegt in unserem Beispiel 1 Gramm, bezahlt werden also 9 Gramm Gold. Ein gleich großer Ring ganz aus Gold, aber unter der Platte ausgehöhlt, kann trotzdem weniger wiegen. Die Tabelle zeigt typische Siegelringe; das Nettogewicht ist das Gewicht ohne Steinplatte. Die Werte werden live aus dem aktuellen Kurs berechnet.
| Ring | Legierung | Nettogewicht | Ankaufswert heute |
|---|---|---|---|
| Damensiegelring | 585 | 4 g | 257 € |
| Herrensiegelring mit Onyx | 585 | 9 g | 577 € |
| Herrensiegelring mit Onyx | 333 | 7 g | 256 € |
| Britischer Siegelring | 375 | 8 g | 329 € |
| Schwerer Wappenring | 750 | 14 g | 1.151 € |
So schätzen Sie Ihren Siegelring selbst ein
- Punze innen in der Schiene mit einer Lupe suchen; britische Ringe tragen oft 375 oder 9 ct.
- Ring umdrehen Ist die Unterseite des Kopfs ausgehöhlt?
- Steinplatte erkennen Glänzt die Platte schwarz, rot oder gestreift, ist sie meist ein Stein, kein Gold.
- Auf einer Briefwaage wiegen und im Ankaufsrechner die Legierung wählen.
- Vom Ergebnis bei Steinplatten einen Abzug einplanen.
Wie wir einen Siegelring am Tresen bewerten
Zuerst sehen wir uns den Ring als Ganzes an: Ist die Gravur alt und von Hand geschnitten, gehört er in eine gesuchte Epoche, trägt er eine Signatur? Dann nennen wir Ihnen, ob ein Sammlermarkt infrage kommt. In den meisten Fällen ist der Materialwert die richtige Verwertung.
Danach lesen wir die Punze innen in der Schiene und prüfen den Feingehalt mit Säure oder Dichte. Bei Ringen mit Steinplatte wiegen wir den ganzen Ring und ziehen das Steingewicht ab; möchten Sie die Platte behalten, lösen wir sie heraus und wiegen danach nur das Gold. Der Betrag ergibt sich aus Nettogewicht mal Grammpreis der Legierung. Sie sehen die Anzeige der geeichten Waage, und auf der Abrechnung stehen Brutto, Abzug und Netto einzeln.
Typische Irrtümer
„Das Wappen macht den Ring wertvoll.“ Für den Materialwert nicht. Nur bei feiner alter Handarbeit kann ein Sammlermarkt bestehen.
„Das Wappen mindert den Wert.“ Auch nicht, jedenfalls nicht den Goldwert.
„Ein breiter Ring ist schwer.“ Nicht unbedingt, wenn der Kopf ausgehöhlt ist.
Verbindlich wird der Preis, wenn wir den Ring vor Ihren Augen geprüft und gewogen haben. Wir dokumentieren jeden Ankauf mit Ausweis; bei Barauszahlungen ab 2.000 € schreibt das Geldwäschegesetz es vor.