
Wie die Auflagezahl entstanden ist
Die Auflagezahl geht auf eine Gütevereinbarung der Besteckhersteller zurück. Sie sollte Käufern zeigen, wie haltbar die Versilberung ist: Je mehr Silber aufgetragen ist, desto länger dauert es, bis das Grundmetall durchscheint. Über den späteren Metallwert sagt sie dagegen wenig.
Gemessen wird nicht am einzelnen Teil, sondern an einer festgelegten Fläche. 90 Gramm auf 24 Quadratdezimetern entsprechen der Oberfläche von rund zwei Dutzend Esslöffeln und Gabeln. So lässt sich die Zahl auf ein einzelnes Teil umrechnen.
Wie viel Silber auf einem Löffel liegt
Rechnet man die Auflage auf 24 Teile um, trägt ein Esslöffel mit Auflage 90 rund 3,75 Gramm Silber, mit Auflage 100 gut 4 Gramm. Ein gleich großer Löffel aus 800er Massivsilber enthält dagegen um die 50 Gramm reines Silber. Deshalb wird versilbertes Besteck nicht nach Silberkurs je Gramm bewertet, sondern nach Kilogewicht.
Die Silberschicht ist an den Stellen am dünnsten, die beim Gebrauch am meisten berührt werden: Löffelrücken, Zinken, Stielenden. Wo ein gelblicher oder rötlicher Grundton durchscheint, ist Silber abgetragen.
Auch bei gleicher Auflage unterscheiden sich die Teile: Ein Kaffeelöffel trägt weniger Silber als ein Esslöffel, ein großer Vorleger mehr. Die Zahlen in der Tabelle sind deshalb Durchschnittswerte für Esslöffel und Gabeln. Für den Ankauf spielt das keine Rolle, weil wir nach Kilogewicht rechnen.
| Auflage | Silber je 24 Teile | Silber je Teil (rund) |
|---|---|---|
| 90 | 90 g | 3,75 g |
| 100 | 100 g | 4,2 g |
| zum Vergleich: massiver Löffel 800 | – | um 50 g |
Auflagezahl oder Feingehalt?
Die Verwechslung ist häufig, weil beide Angaben Zahlen sind. Massives Silber trägt eine Feingehaltszahl in Tausendteilen: 800, 835, 900 oder 925, in Deutschland oft zusammen mit Halbmond und Krone. Versilbertes Besteck trägt eine Auflagezahl, meist 90 oder 100, seltener 120, 150 oder 180, häufig neben der Marke des Herstellers und manchmal in einem kleinen Kasten.
Eine 100 ist also nie ein Feingehalt. Auch Aufschriften wie „versilbert“ oder „Alpaka“ neben der Zahl bestätigen das. Mehr über massives Besteck steht auf der Seite Silberbesteck verkaufen.

So prüfen Sie Ihr Besteck selbst
Drehen Sie jedes Teil um und lesen Sie die Rückseite des Stiels mit einer Lupe. Legen Sie die Teile danach in Gruppen: alles mit 90 oder 100, alles mit höheren Auflagezahlen, alles mit Feingehaltszahlen ab 800 und alles ohne lesbare Angabe. Messer kommen in eine eigene Gruppe.
Ein Beispiel: Ein Kasten mit 60 Teilen enthält 48 Löffel und Gabeln mit Auflage 90 und zwölf Messer. Die Löffel und Gabeln wiegen zusammen 3 Kilogramm, die Messer 1 Kilogramm. Welcher Kilopreis für welche Gruppe gilt, steht auf der Seite Versilbertes Besteck verkaufen; dort nennen wir bis zu 39,50 € pro Kilo für Löffel, Gabeln und Vorlegeteile mit Auflage 90 oder 100 und einen eigenen Preis für Messer.
Teile ohne lesbare Zahl legen Sie in eine eigene Gruppe. Oft ist die Punze nur abgegriffen; am Tresen lesen wir sie mit der Lupe oder prüfen das Teil, um massives Silber sicher auszuschließen.
Typische Irrtümer
Der häufigste Irrtum: Besteck mit 100 sei massiv, weil die Zahl so rund klingt. Ein zweiter: Polieren mache das Besteck wertvoller. Polieren trägt die dünne Silberschicht weiter ab, und stark polierte Teile bringen weniger. Angelaufenes Besteck nehmen wir so an, wie es ist.
Ein dritter Irrtum: Man müsse den Kasten vorher sortieren. Das ist nicht nötig. Bringen Sie ihn, wie er ist; wir prüfen jedes Teil und nehmen massive Stücke heraus, die nach Silbergewicht bezahlt werden.
Und schließlich: Eine fehlende oder unleserliche Auflagezahl macht das Besteck nicht wertlos. Wir erkennen versilberte Teile auch an Grundmetall, Abnutzungsbild und Prüfung.