
Die Formel in einem Satz
Ankaufswert = Nettogewicht × Feingehalt × Tageskurs je Gramm Feingold × Ankaufsanteil. Die ersten beiden Größen beschreiben Ihr Stück, die dritte den Markt, die vierte den Händler. Nur die erste und die zweite können Sie selbst bestimmen; die dritte lesen Sie ab, die vierte steckt bereits in den Preisen je Legierung, die wir auf der Seite Ankaufspreise veröffentlichen.
In der Praxis verkürzt sich die Rechnung deshalb auf zwei Schritte: Nettogewicht × Ankaufspreis je Gramm der Legierung. Alles andere ist im Grammpreis enthalten. Die Tabelle zeigt, woher jede Größe stammt und wie genau Sie sie zu Hause bestimmen können.
| Größe | Woher sie stammt | Zu Hause bestimmbar? |
|---|---|---|
| Gewicht | Waage | Ja, als Bruttogewicht |
| Feingehalt | Punze, sonst Prüfung | Meist ja, am Stempel |
| Tageskurs | Börse, in Euro je Gramm umgerechnet | Ablesen auf der Preisseite |
| Ankaufsanteil | Händler | Im Grammpreis enthalten |
Schritt 1: Das Gewicht
Für einen Richtwert reicht eine Küchenwaage, die auf ein Gramm genau anzeigt. Wiegen Sie jede Legierung getrennt, also nicht den ganzen Schmuckkasten auf einmal, sondern die 585er Stücke für sich und die 333er Stücke für sich. Bei kleinen Teilen unter fünf Gramm kann die Anzeige einer Küchenwaage ungenau sein; im Laden wiegen wir auf einer geeichten Feinwaage, die auf ein Hundertstelgramm anzeigt.
Was Sie zu Hause wiegen, ist das Bruttogewicht. Steine, Verschlussfedern aus Stahl, Perlen, Emaille und Füllungen zählen mit, gehören aber nicht zum Gold. Wie viel abgezogen wird, steht weiter unten; für den ersten Überschlag rechnen Sie mit dem Bruttogewicht und wissen, dass das Ergebnis eher etwas zu hoch liegt.
Schritt 2: Der Feingehalt
Der Feingehalt steht als Punze im Stück: 333, 585 oder 750 bei deutschem Schmuck, 900 oder 916 bei vielen Münzen, 999 bei Barren und Anlagemünzen. Die Zahl nennt den Goldanteil in Tausendsteln, 585 bedeutet 585 von 1.000 Teilen, also 58,5 Prozent Gold. Die übrigen 41,5 Prozent sind Silber, Kupfer oder Palladium ohne Ankaufswert.
Fehlt der Stempel oder ist er abgerieben, hilft nur die Prüfung mit Säure und Sensor. Für die Rechnung zu Hause nehmen Sie dann die wahrscheinlichste Legierung, bei deutschem Alltagsschmuck meist 333 oder 585, und rechnen beide Varianten durch. Wo die Punze sitzt und wie man sie liest, erklärt der Ratgeber Punzen erkennen; was die Zahlen im Einzelnen bedeuten, der Ratgeber Karat und Feingehalt.
| Punze | Goldanteil | Feingold je 10 g |
|---|---|---|
| 333 | 33,3 % | 3,33 g |
| 375 | 37,5 % | 3,75 g |
| 585 | 58,5 % | 5,85 g |
| 750 | 75,0 % | 7,50 g |
| 900 | 90,0 % | 9,00 g |
| 916 | 91,6 % | 9,16 g |
| 999 | 99,9 % | 9,99 g |
Schritt 3: Tageskurs und Ankaufsanteil
Der Goldkurs wird an der Börse in US-Dollar je Feinunze notiert. Eine Feinunze sind 31,1035 Gramm. Wir rechnen den Kurs über den Euro-Wechselkurs um und teilen durch diese Grammzahl; das Ergebnis ist der Feingoldkurs in Euro je Gramm. Unser Server fragt die Kurse spätestens alle fünf Minuten neu ab, der Stand steht mit Uhrzeit über der Preistabelle.
Vom reinen Materialwert zahlen wir einen festen Anteil aus, den Ankaufsanteil. Er deckt das Scheiden und Verwerten des Metalls, unsere Kosten und das Kursrisiko zwischen Ankauf und Weiterverkauf. Deshalb ist ein 585er Stück bar nicht 58,5 Prozent des Feingoldkurses wert, sondern etwas weniger: Der Ankaufspreis je Gramm 585er Gold ist Feingoldkurs × 0,585 × Ankaufsanteil. Die Preise in unserer Tabelle enthalten diesen Anteil bereits, Sie müssen nur noch mit dem Gewicht multiplizieren.
Die folgende Übersicht zeigt unsere aktuellen Ankaufspreise je Gramm für die vier häufigsten Goldlegierungen. Die Werte werden live aus dem aktuellen Kursstand berechnet.
| Legierung | Goldanteil | Unser Ankaufspreis je Gramm |
|---|---|---|
| 333er Gold | 33,3 % | 37,46 €/g |
| 585er Gold | 58,5 % | 65,81 €/g |
| 750er Gold | 75,0 % | 84,37 €/g |
| 999er Feingold | 99,9 % | 112,38 €/g |
Rechenbeispiele mit aktuellen Preisen
Die Beispiele in der Tabelle rechnen mit unseren Ankaufspreisen zum aktuellen Kursstand; die Euro-Beträge ändern sich mit dem Kurs. Das Nettogewicht ist jeweils das Gewicht nach Abzug von Steinen und Federn. So sehen Sie, was typische Stücke heute bringen würden, und wie groß der Unterschied zwischen 333 und 585 oder zwischen 585 und 750 bei gleichem Gewicht ist.
Beim Krügerrand zeigt sich die Logik der Münzen: Die Münze wiegt 33,93 Gramm, ist aber 916er Gold, enthält also eine Feinunze Gold. Gerechnet wird mit dem Bruttogewicht und dem Grammpreis für 916er Gold; das Ergebnis entspricht dem Feingoldgehalt. Anlagemünzen mit Sammleraufschlag bewerten wir gesondert, siehe Goldmünzen verkaufen.
| Stück | Legierung | Netto | Ankaufswert heute |
|---|---|---|---|
| Ring | 585 | 4,70 g | 309 € |
| Kette | 333 | 12,00 g | 450 € |
| Trauring | 750 | 6,00 g | 506 € |
| Armband (20,0 g brutto, 0,5 g Stein und Feder) | 585 | 19,50 g | 1.283 € |
| Krügerrand 1 oz | 916 | 33,93 g | 3.496 € |
| Barren | 999 | 20,00 g | 2.248 € |
Die Abzüge und der Weg zum verbindlichen Preis
Bezahlt wird nur das Gold. Alles, was kein Gold ist, ziehen wir vom Bruttogewicht ab, bevor wir rechnen. Bei einem Ring mit Stein ist das der Stein samt Fassungsrest, bei einer Kette die Stahlfeder im Karabiner, bei Ohrsteckern die Stahlstifte, bei Manschettenknöpfen und Uhrengehäusen das Werk oder die Mechanik. Bei Hohlschmuck gibt es nichts abzuziehen, er ist nur leichter, als er aussieht.
Kleine Steine und Zirkonia setzen wir nach Erfahrungswerten an; lösbare Steine geben wir Ihnen zurück. Diamanten ab etwa einem halben Karat bewerten wir gesondert, weil sie einen eigenen Wert haben, siehe Diamanten und Brillanten. Für Ihre Rechnung zu Hause reicht ein Überschlag: Ein kleiner Stein wiegt wenige Zehntelgramm, eine Verschlussfeder ähnlich. Bei massivem Schmuck ohne Steine fällt kein Abzug an.
Der Ankaufsrechner nimmt Ihnen die Multiplikation ab: Sie wählen die Legierung, tragen das Gewicht ein und erhalten den Richtwert zum aktuellen Kursstand. Das Ergebnis gilt für unbeschädigte, geprüfte Ware ohne Abzüge. Es ist ein Richtwert, kein Angebot.
Verbindlich wird der Preis erst, wenn wir das Stück in der Hand hatten: Punze gelesen, bei Zweifel Säure und Sensor, Fremdteile abgezogen, Nettogewicht auf der geeichten Waage. Dann steht der Betrag je Position auf der Abrechnung. Wer vergleichen will, nimmt alles unverändert wieder mit. Den Ablauf im Einzelnen beschreibt die Seite So funktioniert's.
- Steine, Perlen, Emaille gehören nicht zum Goldgewicht
- Stahlfedern in Karabinern und Verschlüssen werden abgezogen
- Füllungen in Ketten, Griffen und Gehäusen werden abgezogen
- Uhrwerke und Mechanik gehören nicht zum Gold, Gehäuse und Band zählen
- Lösbare Steine bekommen Sie zurück
Drei Fälle aus dem Laden
Häufige Irrtümer bei der Rechnung
„585er Gold ist 58,5 Prozent des Goldkurses wert.“ Das gilt für den Materialwert, nicht für den Ankaufspreis; davon geht der Ankaufsanteil ab. „Der Juwelier hat 800 Euro verlangt, also ist der Ring 800 Euro wert.“ Der Kaufpreis enthält Design, Arbeit, Marke und Handelsspanne; beim Ankauf zählt das Gold. „Ein schwerer Ring ist viel wert.“ Nur, wenn er massiv ist, Hohlschmuck und Steine täuschen auf der Waage.
„Der Kurs von gestern gilt heute noch.“ Der Kurs ändert sich fortlaufend; verbindlich ist der Stand zum Zeitpunkt der Prüfung. Wann ein Verkauf sinnvoll ist, erklärt der Ratgeber Wann ist der richtige Zeitpunkt, Gold zu verkaufen?.
Irrtum585er Gold ist 58,5 Prozent des Goldkurses wert.
TatsächlichDas ist der Materialwert. Der Ankaufspreis liegt darunter, weil der Ankaufsanteil des Händlers abgeht.
IrrtumDer Juwelier hat 800 Euro verlangt, also ist der Ring 800 Euro wert.
TatsächlichDer Kaufpreis enthält Design, Arbeit, Marke und Handelsspanne. Beim Ankauf zählt das Gold.
IrrtumEin schwerer Ring ist viel wert.
TatsächlichNur, wenn er massiv ist. Hohlschmuck und Steine täuschen auf der Waage.
IrrtumDer Kurs von gestern gilt heute noch.
TatsächlichDer Kurs ändert sich fortlaufend; verbindlich ist der Stand zum Zeitpunkt der Prüfung.



